Wettbewerbsmodell aus Holz | Kita

Aufgabe und Gegenstand

Aufgestellt vor dem malerischen Landschaftspanorama des Kohnstein soll das Modell zur Lesbarkeit des historischen Lagerkomplexes Mittelbau-Dora beitragen, der heute wegen des nahezu vollständigen Verlusts des baulichen Bestands ohne Hilfestellung kaum mehr nachvollziehbar ist.
Unser Konzept der Darstellung der landschaftlichen Topographie als Haut in Verbindung mit dem unter der Landschaft verborgenen Produktionsstollen, der an einer Stelle hervorlugt, enthüllt den Entstehungszusammenhang und die Grundstruktur des Lagers auf einen Blick. Es macht das Bedingungsverhältnis zwischen Stollen und Lager zum übergeordneten Gegenstand der Darstellung.

Metaforik der Mittel

Bei der Wahl der Darstellungsform haben wir uns für Metallguss entschieden in der Überzeugung, dass die Wahl des Materials und des Produktionsverfahrens den Charakter der zu bewahrenden Erinnerung auf eigene Weise und unabhängig von dem, was abgebildet wird, auf sinnlich-körperliche Ebene zu transportieren vermag.
Die durch das Gussverfahren gegebene Verschränkung von Handschriftlichkeit und anonymisierender Überformung durch technische Prozessschritte erscheint uns eine angemessene gestalterische Antwort bei der Bearbeitung eines Themas, das die serielle Rüstungsproduktion durch KZ-Häftlinge zum Hintergrund hat, die jeder Individualität beraubt waren. In der behutsamen Zulassung von Bearbeitungsspuren und Handschrift erfährt auf gestalterischer Ebene menschliche Individualität ihre Rehabilitierung. Metall als Werkstoff verweist unmittelbar auf die Materialwelt der in den Stollen betriebenen Waffenfertigung.

Eckdaten

MASSSTAB
1:750

MASSE
295,5 x 147,5 x 27 cm (L x B x H, Modell ohne Tisch)

MATERIAL
Eloxierter Aluminiumguss

GEWICHT
ca. 180 kg

AUSFÜHRUNG
2004/2005

FERTIGUNGSUMFANG
500 h (Topographie und Stollen, ohne Guss)

AUFTRAGGEBER
Stiftung KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

ORT
Aufstellung unter freiem Himmel vor dem neuen Lern- und Dokumentationszentrum Mittelbau-Dora.

BEARBEITER
Claudius Karlinger, Peter Götz und Elisabeth Lukas-Götz

PROJEKTPARTNER
Jörg Röser, Zorneding (Fräsarbeiten für Urmodell); Fa. Pfefferkorn, Landsberg (Guss); Südbayerische Oberflächen GmbH, Weilheim (Eloxieren); Kleineberg und Pohl, Architekten, Braunschweig (Neubau, zuständig für alle bauseitigen Maßnahmen, einschließlich Tisch)

FOTOS
© Xxxxxxx

Abstrahierte Darstellungen